Ratgeber

PLA oder PETG? Der Unterschied einfach erklärt

Kurz gesagt: PLA für Deko und alles, was drinnen bleibt. PETG, sobald Feuchtigkeit, Wärme oder Belastung ins Spiel kommen. PLA druckt sauberer und sieht bei feinen Strukturen besser aus. PETG hält mehr aus, ist dafür etwas eigenwilliger in der Verarbeitung.

Der direkte Vergleich

PLA PETG
Wärmebeständig bis ca. 60 °C ca. 75 °C
Feuchtigkeit nimmt Wasser auf, wird spröde weitgehend unempfindlich
Schlagfestigkeit eher spröde, bricht zäh, gibt nach
Oberfläche matt, scharfe Kanten, feine Details leicht glänzend, neigt zu Fäden
Außenbereich ungeeignet bedingt geeignet
Preis günstigste Option etwas teurer

Wo PLA seine Stärke hat

PLA ist maßhaltig. Es verzieht sich beim Abkühlen kaum, was bei großen flachen Flächen den Unterschied zwischen einem brauchbaren Teil und einer Banane ausmacht. Kanten bleiben scharf, feine Rillen bleiben fein.

Deshalb sind unsere Vasen, Figuren und Teelichthalter aus PLA. Bei einer gerippten Oberfläche im Japandi-Stil zählt genau diese Detailtreue. PETG würde dieselbe Struktur weicher und mit mehr Fäden zwischen den Rippen drucken.

Die Kehrseite: PLA ist spröde. Fällt eine Figur auf Fliesen, bricht sie eher, als dass sie eine Delle bekommt. Und bei 60 Grad wird es weich, was im Hochsommer auf einer Fensterbank in der prallen Sonne durchaus erreicht wird.

Wo PETG die bessere Wahl ist

Sobald ein Teil nass werden kann, gedrückt oder gebogen wird oder Wärme abbekommt, führt an PETG kein Weg vorbei. Ein Clip, der sich beim Aufstecken verformen muss, hält aus PETG jahrelang und bricht aus PLA beim dritten Mal.

PETG nimmt außerdem kaum Feuchtigkeit auf. Das ist der Grund, warum es im Bad, in der Küche und überall dort besser ist, wo es feucht wird.

Beim Drucken ist PETG etwas zickiger. Es neigt zu feinen Fäden zwischen getrennten Bereichen, die man nachher entfernen muss, und die Oberfläche wirkt weicher. Bei einem Funktionsteil stört das niemanden, bei einer Deko-Vase schon.

Was ist mit dem Außenbereich?

PETG hält Regen und Feuchtigkeit gut aus, aber UV-Strahlung setzt ihm über die Jahre zu. Für ein Schild unter einem Vordach ist es passend. Für etwas, das ganzjährig in der Sonne steht, ist ASA die richtige Wahl. Mehr dazu in unserer Materialübersicht.

Und PLA+?

PLA+ ist verbessertes PLA mit höherer Schlagzähigkeit und weniger Sprödigkeit, bei gleicher Verarbeitung. Wir setzen es ohne Aufpreis ein, wenn es gerade verfügbar ist. Die Wärmebeständigkeit bleibt allerdings bei rund 60 bis 65 Grad, an dieser Grenze ändert PLA+ nichts.

Die Entscheidungshilfe in einem Satz

Steht das Teil trocken im Wohnzimmer und soll gut aussehen, nimm PLA. Wird es angefasst, nass, warm oder verbogen, nimm PETG. Wenn du unsicher bist, beschreib uns den Anwendungsfall, wir empfehlen dir das passende Material kostenlos.

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