Ratgeber

Sind 3D-gedruckte Vasen wasserdicht?

Kurz gesagt: meistens nicht. Eine 3D-gedruckte Vase aus dem FDM-Drucker ist im Normalfall nicht wasserdicht. Das Wasser läuft nicht durch das Material selbst, sondern durch winzige Lücken zwischen den einzelnen Druckschichten. Mit einem Glaseinsatz oder einem Reagenzglas kannst du trotzdem frische Blumen hineinstellen.

Warum undicht, obwohl die Wand massiv aussieht

Ein FDM-Drucker baut ein Objekt aus dünnen Kunststoffsträngen auf, Schicht für Schicht. Jede Schicht verschweißt mit der darunter, aber eben nicht perfekt. Zwischen den Bahnen bleiben mikroskopische Kanäle, und Wasser findet die zuverlässig.

Besonders anfällig ist die Z-Naht, also die senkrechte Linie, an der jede Schicht anfängt und aufhört. Dort sitzt bei fast jedem Druck die erste undichte Stelle. Dazu kommt der Übergang zwischen Außenwand und Füllstruktur im Inneren.

Eine Vase ist dabei sogar der schwierigere Fall. Sie ist hoch, dünnwandig und steht unter dem Druck der Wassersäule. Was bei einem Untersetzer nie auffallen würde, wird bei zwanzig Zentimetern Füllhöhe zum Problem.

Wie wir das bei unseren Vasen handhaben

Unsere Vasen sind aus PLA und für Trockenblumen, Gräser und Zweige gemacht. Das steht so in jeder Produktbeschreibung, und wir formulieren es bewusst nicht schwammig. Wer eine Vase für frisches Wasser sucht und stattdessen eine Pfütze auf der Kommode findet, ist zu Recht verärgert.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, der oft übersehen wird: PLA wird ab etwa 60 Grad weich. Heißes Wasser hat in einer PLA-Vase also ohnehin nichts verloren, unabhängig von der Dichtheit.

Drei Wege zu frischen Blumen

Glaseinsatz. Der unkomplizierteste Weg. Ein schlichtes Glas oder eine kleine Glasflasche in die Vase stellen, Wasser hinein, fertig. Die gedruckte Vase wird zur Hülle. Das hat einen praktischen Nebeneffekt: Du kannst das Glas zum Reinigen herausnehmen, was bei einer gedruckten Innenwand mit Rillenstruktur sonst mühsam wäre.

Reagenzglas. Für einzelne Stiele oder schmale Vasen. Reagenzgläser mit Standfuß gibt es für wenige Euro, sie verschwinden komplett in der Öffnung und halten einen Zweig tagelang frisch.

Versiegeln. Wer die Vase wirklich direkt befüllen will, kann sie von innen mit Epoxidharz oder einem geeigneten Klarlack ausschwenken. Das funktioniert, ist aber Bastelarbeit mit Aushärtezeit, und bei einer schmalen Öffnung kommst du innen schlecht überall hin. Für lebensmittelnahe Anwendungen ist es ohnehin nichts.

Geht es auch dicht direkt aus dem Drucker?

Mit angepassten Einstellungen kommt man nah heran. Dickere Wände, langsamere Druckgeschwindigkeit, weniger Bauteilkühlung und eine etwas höhere Düsentemperatur sorgen dafür, dass die Schichten besser miteinander verschmelzen. Im sogenannten Vasenmodus, bei dem die Wand aus einer einzigen durchgehenden Spirale besteht, entfällt die Z-Naht sogar ganz.

Trotzdem verkaufen wir keine Vase mit dem Versprechen, dass sie dicht ist. Der Unterschied zwischen "hält meistens" und "hält sicher" ist bei einem Möbelstück darunter zu groß. Ein Glaseinsatz kostet zwei Euro und löst das Problem endgültig.

Was bedeutet das für deine Kaufentscheidung

Wenn du Trockenblumen, Pampasgras oder Zweige arrangieren willst, brauchst du dir über das Thema keine Gedanken zu machen. Genau dafür sind die Vasen gebaut.

Willst du frische Schnittblumen, plane einen Glaseinsatz mit ein. Miss vorher die Innenöffnung deiner Wunschvase, dann findest du ein passendes Glas. Bei Fragen zu einem bestimmten Modell schreib uns einfach, wir messen nach.

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