Ratgeber

Welches 3D-Druck-Material hält draußen?

Kurz gesagt: ASA ist die erste Wahl für dauerhaft draußen. PETG hält Nässe gut aus, verliert unter starker UV-Strahlung aber über die Jahre. PLA gehört nicht in die Dauersonne, es bleicht aus und wird spröde. Entscheidend ist weniger der Regen als die Sonne.

Nicht das Wasser macht den Schaden, sondern das UV-Licht

Die meisten unterschätzen, wie stark Sonnenlicht Kunststoff zusetzt. UV-Strahlung bricht die Molekülketten im Material auf. Die Oberfläche wird kreidig, Farben verblassen, und irgendwann reißt das Teil bei der kleinsten Belastung.

Regen allein ist das kleinere Problem. Kritisch wird Feuchtigkeit vor allem im Zusammenspiel mit Frost: Wasser kriecht in die feinen Zwischenräume zwischen den Druckschichten, gefriert dort und sprengt sie auseinander. Nach zwei, drei Wintern sieht man das an aufgeplatzten Kanten.

Die Materialien im Vergleich

Material UV-Beständigkeit Temperatur bis Geeignet für
ASA sehr gut ca. 90 °C dauerhaft draußen, volle Sonne
PETG mittel ca. 75 °C geschützte Plätze, Feuchtigkeit
ABS gering ca. 90 °C drinnen, wärmebelastet
PLA gering ca. 60 °C drinnen

ASA, wenn es dauerhaft draußen bleibt

ASA ist chemisch mit ABS verwandt, aber gezielt UV-stabil aufgebaut. Es ist das Material, aus dem Autospiegelgehäuse und Gartengerätegehäuse bestehen. Ein Schild oder eine Halterung aus ASA übersteht mehrere Jahre in voller Sonne, ohne dass Farbe und Festigkeit deutlich nachlassen.

Der Preis dafür liegt im Druck selbst. ASA verzieht sich leicht, braucht einen geschlossenen Drucker und riecht während der Verarbeitung. Für uns bedeutet das mehr Aufwand, für dich einen etwas höheren Preis.

PETG für geschützte Plätze

PETG ist der pragmatische Mittelweg. Es nimmt kaum Wasser auf, ist zäh statt spröde und lässt sich problemlos drucken. Unter einem Vordach, auf einem überdachten Balkon oder an einer Nordwand hält es sich sehr ordentlich.

In der prallen Südsonne merkt man nach ein, zwei Jahren, dass die Oberfläche stumpfer wird. Für ein Schild, das ohnehin irgendwann ausgetauscht wird, ist das kein Argument. Für eine feste Installation schon.

Was gegen PLA draußen spricht

PLA verträgt zwei Dinge schlecht, die draußen zusammenkommen: Wärme und UV. Ab etwa 60 Grad wird es weich, und ein dunkles Teil in der Sonne erreicht das im Hochsommer. Dazu kommt die UV-Versprödung.

Damit ist PLA für alles ungeeignet, was dauerhaft und ungeschützt draußen steht. Für saisonale Dinge an schattigen Plätzen, die nach der Saison wieder hereinkommen, ist es dagegen brauchbar. Der Unterschied liegt in der Erwartung: Ein PLA-Objekt draußen ist Verbrauchsmaterial, kein Teil fürs Leben.

Was du zusätzlich tun kannst

Ein Klarlack mit UV-Schutz, wie er im Modellbau verwendet wird, verlängert die Lebensdauer spürbar. Zwei dünne Schichten reichen. Das ersetzt kein passendes Material, verschafft aber besonders PETG noch einiges an Zeit.

Wichtiger ist oft der Standort. Ein Platz, der die Mittagssonne nicht abbekommt, verdoppelt die Haltbarkeit ohne jeden Aufwand. Und alles, was nicht dauerhaft draußen bleiben muss, überwintert besser drinnen.

Kurz zusammengefasst

Volle Sonne und ganzjährig draußen: ASA. Geschützt und feucht: PETG. Drinnen oder nur für eine Saison im Schatten: PLA. Wenn du unsicher bist, beschreib uns den Standort, wir empfehlen dir das passende Material. Eine Übersicht aller Werkstoffe mit Kennwerten findest du auf unserer Materialseite.

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